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Das Chaotische Leben eines Bigamisten

Ückendorf. (cala) Impulsiv und kiebig-aggressiv, so präsentiert sich die ältere Dame der neunziger Jahre - zumindest in der Komödie
"Doppelt leben hält besser" von Ray Cooney, die am Wochenende von der Theatergesellschaft Preziosa in der AUla der Gesamtschule
Ückendorf aufgeführt wurde.

Denn gerade eine Oma ihres Schlages, ist für die chaotischen Verwicklungen im Leben des Taxifahrers John Smith (Jörg Morsbach)
verantwortlich, seines Zeichens Bigamist. Eigentlich wollte er der der Sniorein nur gegen zwei Räuber zur Hilfe eilen: doch wehrt sich diese mit Leibeskräften gegen den Retter und verpaßt ihm mit ihrer Handtasche eine dicke Beule, die im Krankenhaus behandelt werden muß. Dadurch kommt sein fein abgestimmter STundenplan durcheinander, er gibt im EIfer des Gefechts sowohl die Adresse von Ehefrau Barbara in STreetham (Sandra Kunce) als auch die von Gattin Mary in Wimbledon (Iris Hübner) als Wohnort an und setzt damit die Inspektoren beider Polizei-Reviere auf seine Spur. Die Situation spitzt sich zu, als ein Foto von John und Mary in der Zeitung erscheint. Um sein Lotterleben geheimzuhalten, verspeist der Taxifahrer nicht nur besagtes Boulevard-Blatt, sondern gibt den Polizeibeamten gegenüber sogar an, mit seinem Nachbarn Stanley Gardner (Christoph Haurand) als "trübe Schwuchtel" in Streetham zu leben. Das denken dann sogar die beiden Ehefrauen.Als der Bigamist den Inspektoren dann sogar die Wahrheit gestehen will, glauben sie ihm nicht - ein recht unbefriedigendes Ende. Das knapp zweistündige Stück lebte von seichten Witzen und frivolen Doppeldeutigkeiten, die jedoch das Publikum in der ausverkauften Aula sichtlich genoß.

Regisseur Christoph Haurand inszenierte die Komödie in unterhaltsamer Überzeichnung der Charaktere, deren Darsteller , besonders Jörg Morsbach und Haurand selbst, herrlich blöde Grimassen schneiden konnten. Recht einfallsreich war das Bühnenbild (Hubert Hecken) gestaltet, das die zwei Wohnzimmer durch unterschiedliche Einrichtungen (Requisiten Hannelore Vennebusch) andeutete.

So ernteten die Akteure begeisterten Applaus für einen unterhaltsamen Abend - denn so gut wie die Komödientheater des privaten Fernsehens ist Preziosa allemal.
Buersche Zeitung 25.10.1993


Viel Wortwitz um die Kunst der Ausrede
(cb) "Love and Marriage", der Titelsong der RTL-Fernsehserie "Eine schrecklich nette Familie", schallte zu beginn des Stückes aus den Boxen in die Gesamtschule Ückendorf. Ähnlich chaotisch wie bei dieser Familie sollte es während der nächsten zwei Stunden auch auf der Bühne zugehen.


Die Theatergesellschaft Preziosa, älteste Laienbühne der Stadt, brachte die Premiere der Komödie "Dopplet leben hät besser" von Ray Cooney auf die Bretter. DIe Story: John Smith, ein einfacher Londoner Taxifahrer, führt ein Doppelleben - er ist mit zwei Frauen gleichzeitig verheiratet. Dank eines ausgeklügelten Stundenplanes gelingt es ihm, dies unentdeckt zu belassen. Bis durch einen Unfall alles durcheinander gerät. Zwei Polizeistationen haben jeweils eine seiner beiden Adresse und ermitteln getrennt, bis alle Klarheiiten beseitigt sind. Nachdem die anfängliche Nervosität der Darsteller überwunden war , steigerte sich das Stück zu haarstrübend - groteskne Situationen. Die Kunst der spontanen Ausrede wurde zentrales Motiv, sodaß hinterher jede Person auf der Bühne mehrere Identitäten hatte. Regisseur Christoph Haurand, der den Freund des Taxifahrers spielte, inszenierte das Stück mit Wortwitz und rasantem Tempo, zu dem er durch seine eigene Rolle beitrug. - Bgeisterung.

WAZ-Gelsenkirchen, 25.10.1993